Der heutige Beitrag richtet sich an SEO-Einsteiger, Blogger und Webseitenbetreiber kleinerer Seiten. Ich setze einfach mal eine gewisse Wissensbasis der Suchmaschinenoptimierung voraus, d.h. man sollte schon mindestens soweit sein, dass man mit dem Vokabular und den betreffenden Stellen auf der Website etwas anfangen kann.

Ich halte mich in den Ausführungen ganz bewusst kurz und einfach und orientiere mich, in Bezug auf die Anwendbarkeit, direkt an der Sicht und den Möglichkeiten eines Seitenbetreibers. Bei den ausgewählten Quick-Wins handelt es sich fast überall um meine persönlichen Erfahrungswerte.

SEO ist sehr viel Learning by Doing, Ausprobieren und Empirie. Ich empfehle allen Lesern, die in diesem Beitrag genannten Punkte nicht einfach nur selektiv oder punktuell anzuwenden, sondern SEO als Ganzes zu verinnerlichen und zu verstehen. So kommst Du sicher noch zu ganz anderen Quick-Wins und irgendwann zu deiner ganz eigenen Vorgehensweise.

Achso, noch was! Du hast vielleicht schon gesehen, dass ich jetzt einen Podcast habe. Hör doch mal vorbei 🙂

1. Meta-Title & Meta-Description

Das gehört in die Basis-OnPage-Hausaufgaben und sollte mittlerweile auf jeder Checkliste stehen. Die Meta-Angaben sind jetzt nicht unbedingt ein harter Ranking-Faktor, allerdings sind sie ein klasse Kommunikator in den Suchergebnisseiten (SERP) und geben euren potentiellen Besuchern und Kunden im besten Fall schon soviel Informationen mit, dass der Klick sicher ist.

Meta-Title (blau), URL (grün) und Meta-Beschreibung (schwarz)

Wenn Du deine Website unter WordPress betreibst kannst Du dir ganz einfach beispielsweise mit dem SEO PlugIn von YOAST eine Möglichkeit einbauen, die Meta-Angaben für jeden Beitrag / jede Seite zu verwalten. Auch alle anderen Webseiten-Betriebssysteme (CMS) verfügen mittlerweile über solche Tools, PlugIns oder Module.

SEO-Quick-Win #1: Schreibe und gestalte den Meta-Titel und die Meta-Beschreibung immer so, dass beide 1. nicht zu lang oder abgeschnitten sind und 2. das beide in Kombination informativ und „aktivierend“ zugleich sind…und zwar immer in Bezug auf den jeweiligen Artikel oder Seite. Keyword-Spam bringt Dir hier gar nichts. Das plumpe Aneinanderreihen von Suchwörtern auch nicht. Bewege Dich gedanklich auf die Ebene deiner Zielgruppe und überlege, was für dich dort stehen müsste, damit Du darauf klickst. Du musst nicht den kompletten verfügbaren Platz ausfüllen. Es gilt das Prinzip „Weniger ist mehr“. Das Schreiben auf engem Raum kann man lernen. Bei Twitter und Google Ads muss man sich ja auch auf beschränktem Platz beweisen.

Ich kann Dir an dieser Stelle nur wärmsten den kostenlosen SERP Snippet-Generator von Sistrix empfehlen. Ich nutze den auch sehr gerne. Man sieht nicht nur, ob man evt. mit den Zeichen zu lang ist sondern auch ob das „Gesamtbild“ stimmig und informativ ist.

Mit dem SERP Snippet-Generator bekommst Du nicht nur eine Vorschau und ein „Gefühl“ sondern auch Hinweise, ob Dein Titel oder die Beschreibung vielleicht zu lang ist.

2. Kein Keyword-Spam!

Leider ist es auch in 2019 immer noch verbreitet, dass sich Menschen durch das bloße Aufzählen und sich immer wiederholender Keywords SEO-Erfolge versprechen.

Es steht außer Frage, dass die richtigen Suchwörter (Keywords) maßgeblich für den SEO-Gesamterfolg wichtig sind. Allerdings bringt es Dir und deinen Lesern absolut keinen Mehrwert – vom Lesegefühl ganz zu schweigen – wenn du ganz offensichtlich deine Texte mit Keyword-Spam verstümmelst.

Es gab mal eine Zeit, da hat das sehr gut funktioniert. Das war aber auch in der selben Zeit, als Horst Seehofer den ersten Internetnutzer begrüßt hat. 🙂

Google doch einfach mal nach dem Wort „Zielgruppenbestimmung“. Siehst Du? Man muss heutzutage einfach nur richtig nützlichen und guten Content schreiben – dann kommt das Ranking schon von alleine.

SEO-Quick-Win #2: Bleibe beim Schreiben von Texten natürlich und versuche nicht zwanghaft überall und in jede Überschrift ein Keyword reinzupressen. Das verschandelt nicht nur deine Texte sondern auch deine Außenwahrnehmung. Setze den Fokus beim Schreiben vorrangig auf die Text-Qualität, die Struktur und die Lesbarkeit. Die SEO-Brille kannst Du danach noch einmal aufsetzen.

3. Interne Verlinkung

Wenn Du einen Blog betreibst, dann wirst Du immer wieder mal beim Schreiben eines neuen Beitrags denken „das hab ich doch da mal gesagt – das würde hier gut als Referenz passen“. Bei Webseiten und Onlineshops ist es ähnlich: Kategorien, verwandte Artikel oder Produkte, Verlinkung auf den Glossar. Überall gibt es sinnvolle Möglichkeiten, deinen Lesern und Nutzern innerhalb eines Textes / einer Seite noch weiterführende oder relevante Informationen anzubieten. Schau Dir einfach einmal Wikipedia an – dort kann man den Nutzen und Mehrwert der internen Verlinkung wunderbar sehen.

SEO-Quick-Win #3: Die interne Verlinkung Deiner Website zahlt – wie alle anderen Faktoren – natürlich auf das SEO-Gesamte ein. In erster Linie ist sie aber für deine Nutzer wichtig. Vor allem bei größeren Blogs und Websites „verstecken“ sich relevante und weiterführende Informationen. Mach sie sichtbar – mach sie klickbar! Das erhöht die Verweildauer und die Interaktionsrate deiner Website und wirkt sich langfristig positiv auf das Ranking deiner Website aus.

4. Content-Struktur

Die Content-Strukturierung halte ich für das Ranking sehr wichtig. Eine gute Textstruktur und ein übersichtlicher Aufbau macht den Text nicht nur für Suchmaschinen leicht erfassbar sondern erhöht auch die Lesbar- und Nutzbarkeit der Seite für Besucher. Meine persönliche Erfahrung bestätigt das. Zur Content-Struktur zählt aber nicht nur der informelle Aufbau (Dramakurve, Sales-Funnel etc.) sondern auch die Formatierung. Wenn du an ein Buch denkst, dann kann dieses Buch nur eine Hauptüberschrift haben (Titel). Danach kommen Kapitel und dazwischen ggf. Abschnitte und Unter-Abschnitte. Außerdem hat ein Buch auf der Rückseite eine Zusammenfassung und meistens auch eine Einleitung usw.

Wikipedia ist immer ein gutes Beispiel dafür, wie man Texte strukturiert, aufbaut und wie man die interne Verlinkung anwenden kann.

SEO-Quick-Wins #4: Eine Webseite kann immer nur ein Hauptthema (das ist die H1-Überschrift) haben. Die Kapitel sind H2-Überschriften und deren Abschnitte dann H3. Schau Dir beispielhaft einfach mal diesen Beitrag an, den du gerad liest, dann wird es deutlich. Die Überschriften sollten diese Hierarchie auch unbedingt im Quellcode der Seite haben denn das ist das, was Suchmaschinen auslesen. Einige Menschen machen immer noch den Fehler, dass sie aus ästhetischen Gründen aus einer H2-Überschrift eine H1-Überschrift machen, nur damit diese größer wird. Sei nicht CSS-faul, achte auf diese Details damit Suchmaschinen deine Content-Struktur erfassen können.

5. Aussagekräftige Überschriften und Zwischenüberschriften

Machen wir direkt beim Thema Überschriften weiter. Eine gute Überschrift zeichnet sich dadurch aus, dass sie in kompakter Form einen Abriss darüber gibt, was der Leser im folgenden Abschnitt inhaltlich erwarten kann. Gute Überschriften helfen einem Leser aber dabei, deine Beitrag / deine Seite kurz quer zu lesen, zu scannen und möglicherweise bei einem Abschnitt einzusteigen, der ihn besonders interessiert.

SEO-Quick-Win #5: Versuche die Hauptüberschrift (H1) so zu schreiben, dass sie allgemeingültig und kompakt den Inhalt deines Beitrags oder der Seite bestmöglich beschreibt und eine Erwartungshaltung aufbaut. Wie bei einem Buch – muss dem Leser schnell klar werden, worum es auf der Seite geht. Gestalte die Zwischenüberschriften (H2-H5) immer so, dass sie sich in den Lesefluss einfügen und den Inhalt des jeweiligen Abschnitts zusammenfassend anteasern. Das können übrigens auch Fragen sein. Hast du das alles geschafft, dann kannst du natürlich noch schauen, ob sich hier oder da evt. noch Keywords anbieten, die man in die Überschriften einfügen kann. Aus meiner Erfahrung ist übrigens die Content-Strukturierung in Zusammenspiel mit den richtigen Keywords und aussagekräftigen Meta-Angaben schonmal ein sicher Garant für eine bessere SEO-Performance. Dank mir später!

6. Es kann nichts ranken, was nicht da ist

Viele Menschen wundern sich immer wieder, warum ihre Website nicht zu den gewünschten Keywords in der Google-Suche erscheint. „Man hätte doch extra das Keyword in die Überschrift gepackt und in die Meta-Keywords-Sektion gesetzt.“

John Müller hat einmal sinngemäß gesagt

„Es kann nur etwas ranken, was auch da ist.“…
„Du musst darüber schreiben, was du genau tust oder anbietest.“

John Müller – Google

Es reicht nicht aus, die Fokus-Keywords einfach nur „einzusetzen“ – eine Seite oder ein Blog-Artikel muss im gesamten und auch inhaltlich eine präzise Relevanz zu dem Thema des Suchworts haben. Das Suchwort in der Überschrift oder in den Meta-Angaben allein ist kein Grund für Google, deinen Artikel oder deine Unterseite zu dem Wort zu gut „ranken“, wenn es inhaltlich betrachtet entweder einfach mal nichts damit zu tun hat oder wenn es zu dem Keyword weitaus bessere Angebote im WWW gibt.

SEO-Quick-Win #6: Wenn Du möchtest, dass dein Artikel zu einem Suchwort oder einer Suchphrase gefunden wird, dann muss er in seiner Gesamtheit auch das semantische Thema deines Keywords abdecken. Wenn du einen geilen Text zum Thema „Wasserkocher“ geschrieben hast, dann wird diese Seite nicht zu der Suchanfrage „Kaffeevollautomaten“ ranken. Da müsstest du eine weitere darauf spezialisierte Unterseite schreiben and so on…

Wenn du mit einer Seite oder einem Blog-Artikel gefunden werden willst, dann musst du auch inhaltlich dazu abliefern und zwar mit dem Anspruch „die beste dazu passende thematische Seite im gesamten Internet zu sein“ – so handhabe ich das immer. Am besten legst du das Keyword, wozu du ranken möchtest, vorher fest und handelst das Thema bestmöglich ab. Aber Vorsicht! Ein zu langer Artikel kann Nutzer auch abschrecken. Wenn du einen Testbericht zu einer Kaffeemaschine schreibst, dann erwarten die Leute keinen Roman.

7. Hebe hervor, was wichtig ist

Der gemeine Internetnutzer von heute hat immer weniger Zeit (Geduld) sich mit dem Inhalt einer Seite zu beschäftigen. Hier hilft nicht nur eine klare Content-Gliederung, eine übersichtliche Struktur und eine angemessene Wortanzahl. Man kann die Lesbarkeit und Nutzbarkeit für den User auch dadurch erhöhen, wenn man wichtige Wörter, Passagen und Kernaussagen fett hervorhebt. Das sorgt nicht nur dafür, dass der Leser auf die wichtigsten Aussagen aufmerksam gemacht wird, er bekommt dadurch auch die Möglichkeit Textabschnitte und Kapitel schnell zu „scannen“ und inhaltlich auf Relevanz zu bewerten. Das erhöht auch die Interaktionsrate, die Verweildauer und womöglich auch die Anzahl der Backlinks deiner „nutzerfreundlichen Seite“, da Nutzer nützlichen Content auch weiterempfehlen.

SEO-Quick-Win #7: Hebe in deinen Texten die Wörter und Passagen fett hervor, die eine besondere inhaltliche Gewichtung haben oder eine zusammenfassende Kernaussage tätigen. Das erhöht die Lesbarkeit eines Textes enorm und damit auch die Usability. Besonders bei viel Text lockern solche Hervorhebungen das Gesamtbild auf und nehmen dem Nutzer damit das Gefühl „oh fuck, muss ich das alles lesen?“.

8. Lasse weg, was unwichtig ist

Ich sehe es leider immer wieder, dass Menschen ihre Texte mit unnötigen Gewäsch, doppelten Umschreibungen und Füllwörtern vollstopfen, nur um auf die 5000 Wörter zu kommen. Das ist Bullshit.

Merkst Du? Hatten wir schon!

SEO-Quick-Win #8: Ein guter Text zeichnet sich nicht durch die Anzahl der Wörter aus, sondern durch eine gute Verständlichkeit, dem Fokus auf das Wesentliche und dem Mehrwert für den Nutzer. Lasse daher Unnötiges weg. Für den Inhalt irrelevante Wörter, so genannte stop words (und, oder, der, die, das, werden, kann, usw.), werden von Suchmaschinen in der Regel einzeln nicht beachtet und habe keinen Einfluss auf das Ranking. Ebenfalls unnötige Wiederholungen. Man kann mit 500 Wörtern ebenso auf den Punkt kommen und gleichzeitig ein Thema in seiner Gesamtheit abbilden, wie mit 5000 Wörtern. Ich tendiere immer zur ersten Variante und würde dir das ebenfalls anraten. Versetze dich nur einmal in die Lage eines Nutzers: Würdest du nach einem unnötigen 5000 Wörter-Artikel über eine Kaffeemaschine (wenn du den überhaupt gelesen hast) am Ende noch das Ding kaufen?

9. Indexierbarkeit und Erreichbarkeit der Inhalte

Es ist heute nur noch ein Beispiel aus dem Lehrbuch: Jemand wundert sich, wieso seine Website überhaupt nicht in der Google-Suche erscheint und irgendjemand stellt später fest: Der Websitebetreiber hat in der robotx.txt-Datei eine „noIndex / noFollow“ – Anweisung hinterlegt.

Das ist der worst case.

Es gibt aber noch etliche andere Gründe, warum Inhalte durch Suchmaschinen nicht indexiert werden können und somit nicht in den SERP ranken.

Die Google Search Console gibt dir nützliche Informationen über die Performance deiner Website und mögliche Probleme.

SEO-Quick-Win #9: Du solltest auf jeden Fall die Erreichbarkeit und Indexierbarkeit deiner Inhalte und Webseiten überwachen. Das bietet dir z.B. schon das kostenlose Tool von Google: Die Search Console (ehemals Google Webmaster Tools). In dem Standard-Tool für Webmaster kannst du aber nicht nur die Indexabdeckung und evt. Probleme deiner Website überwachen, du kannst auch sehen wie welche Seiten zu welchen Suchwörtern in der Google-Suche performen. Definitiv der Nr.1 Tool-Tipp!

10. Für lokale Unternehmen: Google MyBusiness

Das gilt besonders für lokal ansässige und agierende Unternehmen wie Ladengeschäfte, Arztpraxen oder Handwerksbetriebe.

Bei lokalen Suchanfragen, z.B. nach PLZ oder Stadt spielt Google zu allererst Google MyBusiness Einträge aus.

Durch nur einen einzigen Eintrag bei Google MyBusiness kannst du deine Sichtbarkeit schon enorm steigern. Dazu braucht es noch nicht einmal eine Website. Du kannst dort z.B. Bilder deines Cafés, Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten hinterlegen und deine Kunden können dir Bewertungen schreiben.

Fazit

SEO-Quick-Win #10: Ob lokales Geschäft oder nicht – ein Google MyBusiness Eintrag sollte für jeden Standard sein. Es kostet nichts und bietet auf der anderen Seite enorm viele Möglichkeiten und Vorteile in Bezug auf die Sichtbarkeit deines Geschäfts und die Kundenbindung. Probiere es aus!

Das waren jetzt „nur“ 10 SEO-Basic-Tipps, wie Du relativ schnell zu messbaren Ergebnissen kommen kannst. Es gibt noch weitaus mehr. Du wirst schnell feststellen, dass jede der genannten Stellschrauben (und andere) einen direkten Einfluss auf deine Rankings haben.

Wenn SEO für dich noch Neuland ist, dann empfehle ich dir dringend, dich mit den SEO-Grundlagen und den Grundlagen von Suchmaschinen vertraut zu machen. Du solltest aber nicht nur lesen, sondern dich auch ausprobieren. Das meiste Know-How generiert man in der praktischen Arbeit und der Empirie. Probieren geht über studieren – zumindest in der SEO-Praxis. Es verändert sich einfach zu viel zu schnell. Da muss man dranbleiben.

Ich hoffe, Du fandest den Beitrag nützlich und ich würde mich freuen, wenn Du ihn weiterempfiehlst. Es gibt im Bereich der Suchmaschinenoptimierung natürlich noch etliche andere Tipps & Tricks. Vielleicht mache ich eine Artikel-Serie daraus – das wird sich zeigen.

Danke für Deine Zeit!