In meinem älteren Beitrag “Hört auf zu spammen!” hatte ich bereits einige Fettnäpfchen beschrieben, die sich sehr negativ auf die Reputation im Netz auswirken können. Allerdings sind die Ausführungen dort eher allgemein gehalten und wenig fundiert begründet. In diesem Beitrag möchte ich ein paar dieser Fauxpas konkreter beschreiben bzw. 10 Tipps geben, die der Online-Reputation zuträglich sein können.

Verbildlichen werde ich einige Beispiele anhand meines Kollegen Olaf Kopp, der sich mit freundlicher Genehmigung bereit erklärt hat, als Positiv Beispiel Modell zu stehen. Danke Olaf, deine digitale Schönheit überstrahlt alles! 🙂

1. Corporate Design – der rote Faden im Netz

Ja, auch als Person sollte man auf das äußere Erscheinungsbild achten. Dies stärkt nicht nur den Wiedererkennungswert, sondern auch das eigene Branding.

  • Dasselbe Foto auf allen Social Media Plattformen, Website, Kommentaren etc. (Hilfreich hier ist u.a. Gravatar)
  • Dieselben Informationen, Kurzbeschreibungen, Lebensläufe, Slogans etc.
  • Ein global einheitliches Portfolio (also nicht hier “SEOSEO Suchmaschinenoptimierung (englisch: search engine optimization kurz: SEO) beschreibt alle Maßnahmen, die nötig sind, um eine Website und deren Inhalte zu relevanten Suchanfragen besser auf den organischen Plätzen (natural listings) von Suchmaschinenergebnissseiten (SERP) zu platzieren. Das Ziel der SEO ist die Erhöhung der Sichtbarkeit einer Website zu bestimmten Suchanfragen (Keywords).”, da dann auf einmal “Social Media”)
  • Wenn möglich, die selben Farben, Logos usw.

Aktualisiert oder verändert mein sein Leistungsportfolio, das Image oder ein Foto, so sollte man sich die Zeit nehmen, alle im Netz befindlichen Social Media Plattformen zu Updaten. Bei meinem Case Study Modell Olaf sehe ich da übrigens nur ein wenig Optimierungsbedarf. 🙂

2. Reputation-SEO – bestimme selbst, was andere über dich herrausfinden

Diesen Begriff habe ich jetzt einfach mal so erfunden, aber genau so könnte man es nennen. Gemeint ist damit, dass man die SERPS bewusst und strategisch selbst bestimmen kann, was andere über die eigene Person googlen können. Das funktioniert natürlich nicht zu 100% und global auf alle SERP (Search Engine Result Pages), allerdings kann man damit schon die Suchergebnisse auf den ersten beiden Seiten steuern.

SERP zum Suchbegriff "Olaf Kopp"

 

SERP Seite 2 zum Suchbegriff "Olaf Kopp"

  • privater Blog
  • Unternehmens- / Business Website
  • Xing- / Linked In Profil
  • Facebook- / Twitter- / Google Plus Profil (sehr wichtig)
  • Branchenbücher / Expertenkataloge Einträge
  • Forenbeiträge unter Echtnamen
  • Gastbeiträge / Publikationen
  • E-Books
  • Interviews

Dieser und anderer Content lässt sich ganz bewusst und selektiv im Netz streuen. Gut durchdacht, ergeben alle diese Suchergebnisse ein glaubwürdiges und kompetentes Bild einer Person. Ein Blog, Gastbeiträge und Fachartikel geben der eigenen Kompetenz einen enormen Boost. Selbstverständlich gibt es auch Suchergebnisse, die sich gar nicht oder nur schwer beeinflussen lassen. Gerade dann sollte man mit eigenem Content “gegensteuern”.

Am obigen Beispiel von Olaf Kopp lässt sich gut sehen, dass man auf Seite 1 der SERP die Social Media Profile, die Unternehmensseite und den Blog findet, während auf Seite 2 die Kompetenz durch “fremde Signale” gespusht werden, z.B. durch einen Amazon Link zum Buch, ein Link zu einer Akademie an der Olaf als Dozent tätig ist oder ein Link zu einem Gastautorenprofil.

Nachtrag: Im ersten Screenshot sieht man, dass ich vom Standort “Berlin” gesucht habe. Die Seite Kopp Immobilien, die nichts mit “meinem” Olaf Kopp zu hat, rankt hier sehr weit oben, da diese Firma auch aus Berlin kommt. Sucht man beispielsweise aus Hannover oder Hamburg, ist dieses Suchergebnis viel weiter hinten in den SERP.

Generell wird der Aufbau der SERP bei jeder Person unterschiedlich ausfallen und gemäß dem Fall, dass der “Rechercheur” kein Stalker ist, dürfte auch nur die wenigsten jeden einzelnen Link genauestens studieren. Es geht hierbei vielmehr um die Präsenz in den SERP und die Überprüfbarkeit der Authentizität und Kompetenz einer Person.

Problem beim Branding: Der eigene Name

Olaf Kopp oder Sebastian Socha (Hier nun Beispiel wider Willen :D), dies sind relativ einzigartige (unique) Namen, die Google auch eindeutig einer Person zuordnen kann (bis auf ein paar digitale Ausrutscher). Nun gibt es aber oft den Fall, dass der eigene Name gefühlte abertausende Doppelgänger im Netz hat, z.B. “Peter Müller” oder “Martin Schmidt” (alles rein zufällige nicht repräsentative Beispiele).

SERP zu "Peter Müller"

TIPP: In diesem Fall sollte man seine “Reputations-Aktivitäten” erst recht verstärken, um die SERP zu dominieren. Es empfiehlt sich, ähnlich wie bei einer Wortmarke, den Namen einheitlich mit einem Zusatz zu versehen, z.B. “Onlinemarketing Peter Müller” oder “Peter Müller SEO-Beratung”. Das hebt einen nicht nur von den Namensvettern ab und dient als Unterscheidungsmerkmal, sondern es ist auch in Bezug auf SEO zuträglich.

3. Blog Beiträge – Die Kompetenzbestätigung

Blogbeiträge und Fachartikel gehören auch zur “Reputations SEO” und sind nach außen hin der Beleg dafür, dass man sich mit dem Fachgebiet auseinandersetzt. Man kann davon ausgehen, dass sich Kunden fast immer via Google ein Bild des Dienstleisters machen. Da ist es natürlich schön, wenn der potenzielle Kunde bei der geheimen Recherche ein Blog vorfindet, indem sich der Dienstleister fachlich wie experimentell mit seinem Fachgebiet auseinander setzt. Der potenzielle Kunde wird bei einem Erstkontakt sicher nicht jeden Blogeintrag lesen, aber er wird dadurch in seinem Eindruck bestärkt, dass der Dienstleister eine Fachkompetenz besitzt und evt. in seinem Bereich etabliert ist.

Posting Frequenz – Slow Blogging or Fast Blogging

An dieser Stelle sollte man sich zuerst einmal seine eigene Timeline vor Augen führen und überlegen, was man gerne sieht und was nicht. Folgt man beispielsweise bei Google Plus vielen Leuten, so prasselt dort täglich eine ganze Flut an Informationen auf einen ein. Man sollte sich deshalb sehr genau überlegen, ob man ein Teil dieser Flut werden möchte.

a) Kann ich regelmäßig relevante Inhalte posten?

b) Kann ich regelmäßig eigene Inhalte generieren?

c) Kann ich mich überhaupt schriftlich und in längerer Form mit einem Thema auseinandersetzen?

d) Möchte ich eine Medienfunktion einnehmen? (Links zu Drittseiten und Reposts)

f) Möchte ich gar keine Rolle einnehmen, sondern nur partizipieren?

Diese und andere Fragen sollte man sich stellen, bevor man wild drauf los postet.

Ich persönlich bin eher der Slow Blogger und ich mag eine Timeline, in der sich die Posts nicht ständig doppeln. Ich selbst poste auch sehr selten eigene Inhalte. Trotzdem ist mir auf der anderen Seite eine gewisse Vielfalt wichtig.

Postet man nur eigene Blogposts in die Timelines der Social Media so stärkt dies zwar die eigene Kernkompetenz, es kann aber auch Anhängerschaft und Reichweite verloren gehen. Postet man nur fremden Content, Links und Reposts dann erhöht sich zwar die Reichweite, aber die eigene Kernkompetenz verwischt. Dafür habe ich hier leider keine Faustregel parat, weil das von Branche zu Branche und Fachgebiet zu Fachgebiet sicher unterschiedlich ist und außerdem gibt es genügend Positivbeispiele, wo das in allen genannten Formen bestens funktioniert.

Tipp: Man sollte seine eigene Taktung entwickeln, keinesfalls aber 10 Posts pro Stunde absetzen. Das kann im schlechtesten Fall nicht nur die Follower nerven sondern auch dazu führen, dass der Facebook- oder Google Plus Algorithmus einige Beiträge untergehen lässt. Am besten man beobachtet für eine gewisse Zeit die Reaktionen auf eigene Posts und leitet daran dann die “digitale Rush Hour” für sich ab. So kann es auch schonmal vorkommen, dass man an einem Sonntag Nachmittag viele Follower erreicht, je nachdem wie die Anhängerschaft die Social Media nutzt. Im Onlinemarketing z.B. dürfte die Nutzung der Social Media deutlich höher und intensiver sein als beispielsweise die der Bäckereien. Unser “Case Study Man” Olaf ist übrigens ein Vielposter, der aber durch eine enorme Themenvielfalt nicht nervend rüberkommt.

5. Glaubwürdigkeit – Mach dich nicht größer als du bist

Reputationsmanagement

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Referenzen, Fachkompetenz, Ausbildung, Arbeitsstellen – Alles wichtige Information, die einen potenziellen Auftraggeber oder Arbeitgeber interessieren. Aber auch alles Informationen, die man mit ein wenig Recherche auf Richtigkeit überprüfen kann.

Klar, man kann den Hausmeister auch “Facility Manager” nennen und der alte Arbeitgeber hat sicher auch nichts dagegen, wenn aus der alten Teamleiter-Funktion mal eben die “Assistenz der Geschäftsführung” wird. Man ist ja schließlich im Guten auseinander und alle wollen nur das Beste. So gesehen alles kein Problem. Aus “Online Recherche” wird dann bei der neuen Bewerbung oder im Portfolio “Online Marketing”, weil man sich eben umorientieren möchte.

Aber Obacht, man muss mit Begrifflichkeiten und Kompetenzen sehr vorsichtig sein! Verlangt ein Auftraggeber Referenzen oder ein Arbeitgeber stellt fachspezifische Fragen beim Bewerbungsgespräch, so kann das Ganze schnell auffliegen.

Für einen Arbeit- oder Auftraggeber ist es sehr wichtig, dass der zukünftige Mitarbeiter, Freelancer oder Dienstleister auch wirklich das hält was er verspricht. Referenzen oder vergangene Stellen müssen sich logisch mit den Kompetenzen decken. “Sich verkaufen” ist ok, sich und andere täuschen nicht. Vor allem die Arbeitgeberseite kann die geschäftlichen Schwerpunkte der alten Arbeitgeber überprüfen. Ergeben sich hier Unstimmigkeiten, ist das vertrauen gefährdet. Das Gleiche gilt aber auch für Dienstleister: Eine Mitarbeit an einem Großprojekt macht das ganze noch nicht zu einer Gesamtreferenz.

Tipp: Es ist absolut normal und natürlich, wenn bei den Kernkompetenzen nur 2 – 3 Schlagwörter vertreten sind. Das ist sowie besser für das eigene Branding und die Spezialisierung. Auftraggeber und Arbeitgeber wollen Spezialisten und keine Full Service Agentur. Die “Ich kann doch aber alles” – Mentalität ist in der Praxis eher kontraproduktiv. Klare und überprüfbare Information und Referenzen machen für beide Seiten reinen Tisch und stärken das Vertrauen.

6. Distanz, Sachlichkeit und Richtigkeit

Niemand mag Klugscheisser und Besserwisser. Ein Rant ist ok, solange er nachvollziehbar ist. Polarisieren ist auch ok. Was aber nicht geht, und das musste ich nach diesem Beitrag auch lernen, ist, dass man besser keine Namen nennt und andere Leute direkt diskreditiert. Das ist 1. unfair weil die genannten Personen meist keine Chance haben, ihre Sicht entgegenzustellen und 2. kann einem eine Namensnennung im Kontext eines kritischen Beitrags schnell als Neid oder Missgunst ausgelegt werden.

Natürlich ist es immer hilfreich, wenn man Dinge veranschaulichen kann, dies geht aber auch ohne die Nennung von Namen. Auch wenn es einen manchmal aufregt und selbst wenn man im Recht sein würde. Sachlichkeit geht vor. Fragen, ob es ok ist wenn man jemanden erwähnt ist ja auch kein Akt.

Folgende Dinge machen für mich persönlich einen guten Blogpost aus:

  • sachliche Richtigkeit
  • angenehme Tonalität (nicht zu trocken, nicht zu locker)
  • Möglichkeiten der Überprüfbarkeit von Sachverhalten (Quellenangabe und Validierung)
  • Aktualität
  • fachliche Relevanz
  • Innovation (z.B. eigene Fallstudien, Experimente, Untersuchungen)
  • Bezug zur Praxis / Nachvollziehbarkeit
  • eine Meinung haben
  • komplexe Zusammenhänge einfach erklären können
  • Struktur und Gliederung

Tipp: Blogbeiträge sollte man immer schreiben, wie eine wissenschaftliche Arbeit: Distanziert, fundiert belegt und gut strukturiert. Bei trockenen Thema darf es auch gerne mal unterhaltend sein oder anhand lustiger Vergleiche. Das lockert ein Thema etwas auf und macht Spaß. Wichtig sind auch Quellen, Aktualität und Wichtigkeit. Es möchte z.B. niemand mehr “Was ist eigentlich SEO?” oder “Wie koche ich ein Ei?” – Artikel lesen. Die Länge ist auch entscheidend. Manche Themen sind nicht mal eben in 500 Wörtern behandelt, es möchte aber auch niemand einen 1500 Wörter langen Beitrag in der U-Bahn lesen. Wie auch bei den anderen Punkten, sollte man hier ruhig Erfahrungswerte und Zugriffszahlen sammeln und auf seine Leserschaft achten, dann findet sich hier sicher ein Mittelweg.

7. Natürlichkeit – Sei so,wie du im echten Leben bist

lachende frau mit verschränkten armen

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Niemand spricht im realen Leben alle 5 Minuten eine wildfremde Person auf der Straße an und fragt, ob man evt. Visitenkarte für spätere Geschäfte austauschen möchte. Niemand, der professionell und seriös rüberkommen möchte, verkauft bei jeder Gelegenheit seine Dienstleistung oder Produkte.

Und genau so sollte man dies auch nicht im Web 2.0 tun. Bei Xing und Co. wimmelt es nur so von Copy & Paste Anfragen, da muss man selbst nicht auch noch nerven. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass ein Netzwerk mit der Zeit organisch wächst und durch “echte” Kontakte ergeben sich wiederum andere Kontakte. Andere Leute zum Netzwerken zu Zwingen, das kann sich negativ auf die Außenwahrnehmung auswirken. Alle Foren und Gruppen mit Links und Beiträgen voll zu müllen, das mag zwar temporär Aufmerksamkeit bringen, jedoch keine dauerhafte und echte Reputation. Guter Content, der sich verbreitet und von anderen empfohlen wird oder ein natürlich gewachsenes Netzwerk, das sind die wahren Multiplikatoren im Web 2.0.

2 Welten – privat und geschäftlich

Prinzipiell sollte man privates von geschäftlichen Dingen trennen. Es schadet natürlich nicht, wenn man gelegentlich den eigenen Charakter durchblicken lässt. Ich poste z.B. auch mal einen neuen Transformers Trailer auf Google Plus, aber im Großen und Ganzen trenne ich das Private (bei mir alles auf Facebook) vom Geschäftlichen (bei mir Xing, Google Plus, Linked In). Es ist geschäftlich sowie fachlich nicht relevant, wenn ich in Boxershorts auf dem Balkon Blumen gieße oder meine Katzen füttere. Ihr wisst schon was ich meine. 🙂

8. Was ist deine USP? – Alleinstellungsmerkmale kommunizieren

Wie schon oben erwähnt, suchen Auftraggeber und Arbeitgeber prinzipiell nach Spezialisten, die auf eine bestimmte Projektanforderung oder ein Fachgebiet passen. “Ich kann und mache alles!” ist daher eher weniger passend. Das Stichwort lautet: Spezialisierung! Branding funktioniert am allerbesten mit ein oder zwei Begriffen, die sich bei den Followern dann auch besser einprägen. Um mal wieder auf mein Vorzeige Beispiel Olaf Kopp zurückzukommen, assoziiere ich bei ihm immer den “Google AdWords Spezialisten”. Das liegt sicher auch an seinem Buch “AdWords Optimierung”, aber vielmehr liegt es daran, dass er in den Social Media schon einen Schwerpunkt auf AdWords und Analytics legt. Hier sind wir schon im Bereich des Branding.

Tipp: Man sollte sich generell auf ein oder zwei Kernkompetenzen konzentrieren (Bei Agenturen ist das anders!). Die “Ich kann alles” – Mentalität kommt 1.) nicht gut an und sorgt 2.) nur dafür, dass andere Menschen einen nicht als kompetente Person wahrnehmen. Und mal ehrlich, wer von uns kann schon alles? Auch ist es bei geschäftlichen Gesprächen für das Gegenüber einfacher, sich einen Schwerpunkt zu merken anstatt gleich 10 Aufgabenbereiche. Probiert es mal aus: Erzählt auf einer Party 10 Leuten, dass ihr Onlinemarketing macht und anderen 10 Leuten, dass ihr Social Media Marketing, SEO, Google AdWords, PR und Webdesign macht. Später fragt über einen Freund, ob die Leute noch wissen was du genau machst. Ihr merkt worauf ich hinaus will.

Besser die Menschen prägen sich eine Sache ein, die ihr gut könnt und an die sie sich auch erinnern können. Zu viele verschiedenen Bereiche verwaschen eure Kompetenz und sind schlecht zu merken. Die USP (unique selling proposition) ist nicht nur ein “einzigartiges Verkaufsversprechen bei der Positionierung einer Leistung” (Quelle) sondern auch ein Erfolgsgarant in Bezug auf Branding und Reputation.

9. Das Kind beim Namen nennen – Quellenangabe und Autorenbezug

Wer gibt schon gerne zu, dass der Grundgedanke des eigenen Blogbeitrags von jemand anderen ist? Egal! Wenn der eigene Beitrag eine Thematik neu aufgreift und von einem anderen Aspekt beleuchtet oder einen Grundgedanken sogar weiterentwickelt, das ist eine Bereicherung für ein Fachgebiet. Warum dann nicht also auch die Referenz und die Quelle nennen? Nur so kann die Leserschaft die Ausführungen zurückverfolgen und auch Wahrheitsgehalt und Daten überprüfen. “Link- und Quellengeiz” kommt nicht gut an. Letztendlich wird irgendwann ein belesener Follower bemerken, dass der Blogpost im schlimmsten Fall sogar nur geklaut ist.

Tipp: Offen mit Quellen und Referenzlinks umgehen. Das schafft nicht nur Transparenz und die Möglichkeit zur Validierung, sondern bietet den Lesern durch weiterführende Links einen echten Mehrwert und zusätzlichen Lesestoff. Vielleicht wird so sogar ein genannter Autor auf einen aufmerksam und postet den Beitrag wiederum in seiner Timeline. So macht man sich Freunde!

10. Interaktion statt Isolation

Wer Feedback und Kommentare auf seine Blogposts und Publikationen erwartet, sollte ebenfalls bereit sein, seine Meinung zu teilen und sich auf Diskussionen einzulassen. Interaktion bedeutet nicht, dass man auf alles in seiner Timeline reagieren muss und auf Facebook jeden Beitrag liked sondern, dass man auch nach außen hin zeigt, was einem gefällt und was nicht gefällt. Das man in den Dialog geht oder kommentiert, auch wenn es mal unterschiedliche Meinungen gibt. Das Leben ist kein Ponyhof und eine sachlich geführte Diskussion hat einem Thema noch nie geschadet. Nur so funktioniert Kommunikation.

Nach Niklas Luhmann, Soziologe und Gesellschaftstheoretiker, findet Kommunikation nur dann statt, wenn der Empfänger die Nachricht des Senders auch wirklich verstanden hat. (Grob abstrahiert) Daher ist es wichtig, dass die Leser eines Blogs die Inhalte auch verstehen können. Auf der anderen Seite ist es für andere Autoren wichtig, dass deren Empfänger ihre Gedanken nachvollziehen können. Das geht wiederum nur durch kollektiven Austausch und Interaktion. Ich finde, dass dies in der SEO Szene ziemlich gut funktioniert:

Senden (SEO Blog Post) – Empfangen (Leser versteht / kommentiert)

Senden (Leser gibt Feedback oder Kritik) – Empfangen (Autor versteht)

Senden (Autor entwickelt Gedanken weiter / Blog Post) – Empfangen (Leser versteht / Interaktion)

Soll heißen, erst der Community Gedanke und der intensive fachliche Austausch ermöglichen eine fachliche und theoretische Weiterentwicklung eines Fachgebiets. Auf der anderen Seite wird man nur in einer Diskussion als Individuum wahrgenommen. Das Partizipieren an einer Szene / Gemeinschaft ist daher unabdingbar für eine gesunde Online Reputation.

Nachrichtensender und Magazine kommunizieren meist einseitig und das macht sie thematisch unflexibel und inhaltlich anfällig.

Jemand der jedoch auf sein Umfeld hört und in einen Dialog mit der Anhängerschaft geht, der wird die Aktualität oder die Unvollständigkeit eines Themas und andere Bedürfnisse stets schneller erkennen. Wer nur schreibt und postet, der wird immer nur einseitig kommunizieren.

Tipp: Wenn man einen Forenbeitrag, Blogbeitrag o.ä. gelesen hat, sollte man dem Autor ruhig seine Gedanken dazu offenbaren. Auch Kritik kann konstruktiv sein und dem Autor helfen, andere Gesichtspunkte zu betrachten. Der Autor wiederum wird auch den Kommentierenden zur Kenntnis nehmen usw. Interaktion, Referenzierung, Verlinkung und Erwähnung sind für die Online Reputation sehr wichtig. Man signalisiert damit nach außen, dass man auch fremde Fachartikel verstehen, reflektieren und weiterdenken kann. Die Erwähnung von anderen Autoren, das Nennen von Quellen und Lesestoff trägt zur Sympathiesteigerung bei, die zum Netzwerken und “Wachsen im Web 2.0” unbedingt nötig ist. Ein einsamer Wolf wird niemals groß.

Fazit des Ganzen

Das Ganze ist bitte nicht als Leitfaden zu betrachten. Ich möchte lediglich ein paar Anreize und Tipps geben, seinen eigenen Auftritt im Netz strategischer zu überdenken. Der Beitrag soll dabei helfen, die Außenwahrnehmung der eigenen Person besser zu reflektieren bzw. auf welche Dinge potenzielle Auftraggeber oder Arbeitgeber achten. Dieser Beitrag liefert keine Vollständigkeit und ist auch kein Garant für “die perfekte” Online Reputation. Die meisten Aspekte sind aus Erfahrungswerten gewachsen und lehnen sich daher an meine persönliche Meinung an. Ich danke Olaf Kopp dafür, dass ich ihn als “lebendes Beispiel” nutzen durfte. Das gibt dem Ganzen hier eine gewisse Nachvollziehbarkeit. Ich wollte mich selbst nicht nehmen, weil das selbstverliebt rüberkäme.

Ich hoffe der Beitrag bietet Euch einen Mehrwert. Über einen Like oder Share freue ich mich genauso, wie über Ergänzungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge.